01.05.2022

Norwid-Theater Aleja Wojska Polskiego 38

18.00 Uhr

Die Hochzeit, Regie: Wojciech Klemm / Dramatisches Szaniawski-Theater in Wałbrzych

 

 

Text: Stanisław Wyspiański

Regie: Wojtek Klemm

Dramaturgie: Tomasz Cymerman

Bühnenbild: Karolina Mazur

Kostüme: Julia Kornacka

Musik: Rafał Stachowiak

Choreografie: Anna Krysiak

Lichtregie: Natan Berkowicz

Inspizient: Anna Solarek

Fotos: Tobiasz Papuczys

Darsteller: Karolina Krawiec-Grzelczak, Katarzyna Janek [G], Anna Mikuła [G] / Dorota Furmaniuk, Irena Sierakowska, Irena Wójcik, Mateusz Flis, Michał Kosela, Wojciech Marek Kozak, Mikołaj Krzeszowiec, Piotr Mokrzycki, Filip Perkowski, Wojciech Świeściak

 

DIE HOCHZEIT von Stanisław Wyspiański scheint ein perfekter Test für die Stimmung in der polnischen Gesellschaft sowie für die Stärke und Kondition eines Schauspielensembles zu sein. Wir wollen das Ensemble vor eine Herausforderung stellen, die zweifellos die schwerste seit vielen Saisons ist. 

Die Performance ist ein Versuch, Wyspiańskis Text zu nutzen, um über die aktuelle polnische Realität zu sprechen. Regie führt Wojtek Klemm, ein Künstler mit polnischen Wurzeln, der dauerhaft in Zürich lebt. Klemm will gemeinsam mit Mitarbeitern und dem Ensemble fragen, ob die in Wyspiańskis Text dargestellte Welt nicht schon verloren ist, bevor sie überhaupt begonnen hat? 

Die Hochzeit ist ein Ritual, bei dem gegensätzliche Kräfte zusammengeführt werden, um etwas Neues zu schaffen: ihre Verwandlung. Auf die Hochzeit folgt eine fröhliche Feier, eine Verbindung, die sich aus der Pflicht gegenüber den Eheleuten ergibt. Man wird Zeuge einer Liebe, die sich danach sehnt, geboren zu werden. Wyspiańskis epische Hochzeitszeremonie bezieht sich auf den Hochzeitsritus, erzählt aber eine ganz andere Geschichte. Warum erstarren die Feiernden, die sich nach einer freudigen Verwandlung sehnen, in einem Strohpuppentanz? Warum erweckt dieses ungewöhnliche Fest in Wyspiańskis Stück Dämonen und bringt Zerstörung über die ahnungslose Gemeinschaft?

Die Macher präsentieren eine perverse und nicht offensichtliche Geschichte über unsere nationalen Laster und Mythen. Sie scheuen aber auch nicht vor Selbstkritik zurück und beschreiben unsere Streitigkeiten mit Distanz und Humor. Zusammen mit den Schauspielern des Tanztheaters konfrontiert Szaniawskis Truppe auf der Bühne nicht nur die Vision des Regisseurs und den Aufbau der Bühnenwelt, sondern auch die Tradition der Inszenierung des polnischen Erzdramas und das gesamte Erbe der Besetzung der Hauptrollen. 

All dies beflügelt Wyspiańskis Text und macht das Drama, „das wir alle kennen und lieben“, zu einer echten Bühnenaussage über uns hier und jetzt.

 

Altersfreigabe: 15+

Dauer: ca. 125 Min.